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Der Honig

Beinahe unsichtbar für unsere Augen, die immer mehr vom hektischen Alltag abgelenkt werden, ist die Biene eines der wichtigsten Tiere für unser Überleben – wegen ihrer Rolle als Bestäuberin der Blüten. Und auch wenn der Honig das mehrheitlich bekannte und benutzte Produkt ist, dürfen wir doch die weiteren Gaben, die uns die Bienen bescheren nicht vergessen: Die "Pappa reale", besser bekannt als Gelée Royale, Pollen und Propolis. Wegen des nahen Verhältnisses der Bienen zu der Umgebung in der sie leben, sind ihre Produkte quasi ein “Fingerabdruck“ Habitats. Dementsprechend spiegelt sich die Vielfalt des präalpinen Tessiner Territoriums – mit flachen und hügeligen Zonen im Süden und hohen Bergen im Norden – im Honig wieder. Dieser weist, je nach Gebiet aus dem er stammt, sehr unterschiedliche Charakteristiken auf. Als Tessiner Honig schlechthin wird der Kastanienhonig bezeichnet; sein Aroma ist sehr markant und voll, aber dank der Essenzen einer zweiten Blütezeit können einige Farbunterschiede und leichte Geschmacksveränderungen auftreten. Der Honig der Robinie oder der Akazie – vorwiegend im Sottoceneri gesammelt – ist quasi farblos, mit einem sehr feinen und delikaten Geruch und Geschmack. Der Honig der Linde ist hellbraun und wird vor allem von den Personen sehr geschätzt, die den Honig der Robinie als zu süss und denjenigen der Kastanie als zu stark empfinden.

Von Alessandro Pesce, Journalist and Daniela Linder-Basso (UCT – Unione Contadini Ticinesi)