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Die Kastanie

Der Kastanienbaum - eine typische Pflanze der Alpensüdseite, die auf der Höhe von 200 bis 1'000 Metern wächst - hat sich in der Vergangenheit den Namen “Baum des Brotes” verdient, da die Kastanie seit dem Mittelalter eines der Hauptnahrungsmittel für die Tessiner Bevölkerung darstellte. Dies dank der Konservierungsmethoden, die einen Verzehr über das ganze Jahr hinweg garantieren konnten. Eine der verbreitetsten dieser Methoden war die Kastanien nach einem speziellen Verfahren zu trocknen; aus den Kastanienwäldern wurden sie in die “grà” (kleine zweistöckige Steinhütten) gebracht, wo diese Früchte langsam über dem Feuer – das so eine konstante Temperatur garantierte – trocknen konnten. Das romantische Bild der aufsteigenden Rauchfäden über der “grà” ist fast nur noch eine Erinnerung, aber der Nährwert und Vorzüglichkeit dieser Herbstfrucht bleiben unangetastet. Und heute sind es ähnliche Produkte wie damals, die aus der Kastanie hergestellt werden: Mehl, Flocken, Brot, Teigwaren, Torten, Konfitüren und Biere. Feinschmecker schätzen besonders die Marron glacés, die Marroni, die gekochten Kastanien mit Rahm oder als Beilage zu Wildgerichten usw.

Von Alessandro Pesce, Journalist and Daniela Linder-Basso (UCT – Unione Contadini Ticinesi)